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Sprachkritik
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Sprachkritik untersucht Sprache, Sprechakte und Diskurse auf die ZusammenhĂ€nge von Sprache und Denken bzw. ErkenntnisfĂ€higkeit (Sprachphilosophie) sowie von Sprache und den gesellschaftlichen VerhĂ€ltnissen (Soziologie). Nach Roland Barthes, Sprachwissenschaftler und BegrĂŒnder der modernen Semiotik, ist Sprachkritik auch Gesellschaftskritik, da Sprache selbst ideologisch sei.cite-ref-1[1] In der Sprachpflege bedeutet Sprachkritik die Bewertung sprachlicher ĂuĂerungen. Sie kann in ihrer Aussage sowohl negativ (Tadel) als auch positiv (Empfehlung) sein.
Contents
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Sprachphilosophische UrsprĂŒnge der Sprachkritik
Ferdinand de Saussure stellte 1916cite-ref-2[2] die These auf, dass sprachliche Zeichen auf Konventionen innerhalb einer Sprachgemeinschaft beruhen. Er prĂ€gte dafĂŒr den Begriff ArbitraritĂ€t. Dies hat allerdings ĂŒberhaupt nicht explizit und nicht unbedingt mit Sprachkritik als Kulturkritik zu tun.
Wilhelm Kamlah kritisiert das âmonologische Drauflosschreiben und Aneinandervorbeiredenâ der Philosophen und fordert eine (sprachkritisch fundierte) âDisziplin des Denkens und des Redensâ. Er weist darauf hin, dass Menschen, bevor sie philosophieren, âimmer schon sprechenâ und dass es ein verbreiteter Fehler ist, eine âKaspar-Hauser-Situationâ zu fingieren. Aus dieser Alltagssprache und ihrem VorverstĂ€ndnis der Welt heraus sei die wissenschaftliche Sprache erst neu zu entwickeln.cite-ref-3[3]
Sprachkritik unter dem Aspekt der Gesellschaftsanalyse
Vor dem Hintergrund des Zusammenhanges von Sprache und Gesellschaft wird hier Sprache als ein gesellschaftlich wirksames Instrument betrachtet. Sprache wird als ein Mittel zur AusĂŒbung von Macht sowie zur Etablierung und Reproduktion von MachtverhĂ€ltnissen analysiert. Diese Sprachkritik findet sich nicht nur in den Kulturwissenschaften und der Soziologie, sondern auch in der Sprachwissenschaft. In den 1920er Jahren entwickelte Kurt Tucholsky unter dem Leitspruch âSprache ist eine Waffeâ eine primĂ€r politisch motivierte Form der Sprachkritik.
Im Promotionskolleg âSprachkritik als Gesellschaftskritik im europĂ€ischen Vergleichâ des EuropĂ€ischen Zentrums fĂŒr Sprachwissenschaften (EZS)cite-ref-ezs-4-0[4] wird der Zusammenhang zwischen sprachkritischem Verhalten und gesellschaftlicher VerĂ€nderungen in den Blick genommen. Untersuchungssprachen sind derzeit Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Kroatisch.
Sprachkritik unter dem Aspekt der Sprachpflege
Sprachkritik und Sprachwissenschaft
Sprachkritik gehörte von der Antike bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zu den Aufgaben sprachwissenschaftlicher Untersuchungen. Mit Jacob Grimm erfolgte eine Revision des VerhĂ€ltnisses zwischen Sprachkritik und Sprachwissenschaft. Grimms als âManifest der historischen Grammatikâ bezeichnete Vorrede zur ersten Fassung des ersten Teils seiner âDeutschen Grammatikâ (1819) brachte die Wende. Von da an folgte eine Entwicklung der Sprachwissenschaft, die zum Strukturalismus fĂŒhrte und damit zur Auffassung, die Sprache sei ein sich selbst genĂŒgender Organismus. Der Praxisbezug wurde zunehmend ausgeklammert. Charakteristisch fĂŒr diese Haltung ist der Titel eines Buches des Strukturalisten Robert A. Hall aus dem Jahr 1950: âLeave your language aloneâ (LaĂ deine Sprache in Ruhe!). In jĂŒngerer Zeit wird beobachtet, dass aus der Sprachwissenschaft nicht mehr nur schroffe Ablehnung gegenĂŒber der Sprachkritik geĂ€uĂert wird.cite-ref-5[5]
Linguistisch begrĂŒndete Sprachkritik
Die linguistisch begrĂŒndete Sprachkritik basiert auf detaillierter Kommunikationsanalyse nach semantischen und pragmatischen Kriterien. Ihre Grundlage bilden Pragmatik, Sprechakttheorie und kommunikative Handlungstheorie. Kritik an sprachlichen ĂuĂerungen und Sprechern sollte wissenschaftlich begrĂŒndet sein und nicht von ideologischen Kriterien geleitet. Die Sprachkritik soll wissenschaftlich und fundiert bewerten, nicht normierend sein, sich aber nicht jeder Wertung enthalten. Die linguistisch begrĂŒndete Sprachkritik bleibt nicht Linguisten vorbehalten: âSprachkritik ist etwas fĂŒr alle.â (Slogan von Heringer). Jeder Einzelne soll nach MaĂgabe seiner sprachlichen Kompetenz Sprachkritik betreiben und reflektiert mit seinem eigenen Sprachgebrauch umgehen. Damit geht die linguistisch fundierte Sprachkritik eine didaktische und emanzipatorische Verpflichtung ein: zur Freiheit im Umgang mit Sprache befĂ€higen.
Linguistisch fundierte Sprachkritik hat nicht nur Sprecher im Blick. Sie kritisiert auch die Sprachkritiker, die nach unbegrĂŒndeten Kriterien urteilen.
Alles Sprechen ist geleitet von evolutionĂ€r und in Kommunikation entstandenen Regeln. Klassische Sprachkritik orientiert sich an gesetzten Normen. Darum gehört zur fundierten Sprachkritik die Kritik an sprachlichen Normen, die in einem gewissen Sinn der Sprache Ă€uĂerlich sind. Dies gilt insbesondere fĂŒr konfligierende (in Konflikt stehende) Normen. Die linguistisch begrĂŒndete Sprachkritik versteht sich als Sprachnormenkritik und will konfliktlösend in Normenkonflikte eingreifen.
Vorgehensweise der linguistisch begrĂŒndeten Sprachkritik nach Rainer Wimmer:
1. Kommunikationsschwierigkeiten und Kommunikationskonflikte identifizieren
2. Ziele und Relevanz einer sprachkritischen Analyse bestimmen
3. Sprachlich wichtige Aspekte im Blick auf den Konflikt ermitteln
4. Diese sprachlichen PhÀnomene linguistisch analysieren und
5. linguistisch-sprachkritisch bewerten auf der Grundlage der Analyse.
Grundrichtungen nach Schiewe
Einen Ăberblick ĂŒber die Geschichte der Sprachkritik gibt JĂŒrgen Schiewe.cite-ref-6[6] Er unterscheidet zwischen Sprachkritik
âą als Kulturkritik (PĂ€dagogik),
âą als Normkritik (Grammatik),
âą als Stilkritik (Rhetorik),
âą als Textkritik (Philologie) und
âą als Erkenntniskritik (Philosophie), also an der Leistung der Sprache als Mittel der Erkenntnis.
Mit Sprachkritik als Erkenntniskritik beschĂ€ftigte sich bereits die antike Philosophie. Dies Ă€uĂert sich zum Beispiel in den Sprachstudien von Platon, Aristoteles oder den Stoikern. Dagegen kam die Textkritik erst in hellenistischer Zeit auf. Die Alexandrinische Schule war hier federfĂŒhrend.
Richtungen der Sprachkritik nach Gauger
Hans-Martin Gauger unterscheidet zwischen Kritik am Sprachbesitz und Kritik an SprachĂ€uĂerungen.cite-ref-7[7]
Kritik am Sprachbesitz kann nach Gauger unter zwei Aspekten geĂ€uĂert werden: erstens unter dem Gesichtspunkt der Wahrheit, Wahrheitsfindung und Wahrheitsvermittlung; zweitens unter dem Gesichtspunkt der kommunikativen Absicht.
Kritik an SprachĂ€uĂerungen kann nach Gauger unter drei verschiedenen Gesichtspunkten kritisiert werden: inhaltlich, formal und speziell sprachlich (Beispiel Fremdwortgebrauch).
âSprachideologische Haltungenâ nach Polenz
Peter von Polenz klassifiziert die Sprachkritik anhand von âsprachideologischen Haltungenâ.cite-ref-8[8] Uwe Pörksen bezeichnet dessen Kritik an den Sprachkritikern der 1950er Jahre als âproblematischâ, da Sprachkritiker die geschichtliche Dimension der Wörter und ihren Wahrheitsaspekt ernst nĂ€hmen. Sprachwissenschaftler wie Polenz vernachlĂ€ssigten wegen ihres synchronen Ansatzes und ihrer Ăberzeugung von der Kontextdetermination der Wörter diese Aspekte.cite-ref-9[9] Hier die Polenzsche ideologische Klassifizierung sprachkritischer Haltungen:
Sprachkonservative Haltung
Immer wieder wird in der Sprachkritik Sprachverfall beklagt. Bestimmte VerÀnderungen im Sprachgebrauch werden als negativ und in entsprechender Ideologie als Verfall gesehen. Als positives Ideal wird ein vergangener Sprachgebrauch (beispielsweise die Sprache Luthers oder Goethes) oder der eigene Sprachgebrauch angesehen. Ignoriert wird der der Sprache immanente Wandel und die Herausbildung neuer Formen.cite-ref-10[10]
Historische Haltung
Vertreter der âHistorischen Haltungâ beriefen sich auf die Etymologie oder frĂŒhere Bedeutungen eines Wortes. Beispielsweise sei die Wendung âWelche Alternativen gibt es dazu?â falsch, weil lateinisch alter nur eine Wahl zwischen zwei Möglichkeiten zulĂ€sst. Bekannt ist auch das Beispiel, dass man nicht âneu renovierenâ könne, weil âneuâ in ârenovierenâ bereits enthalten sei. Ignoriert werde die VerĂ€nderbarkeit von Gebrauchsbedingungen (Bedeutungswandel). AuĂerdem werde den Sprechern mehr Sprachbildung abverlangt als fĂŒr die Kommunikationserfordernisse nötig ist.
Im anglo-amerikanischen Sprachraum hat in den 1990er Jahren insbesondere durch die Veröffentlichungen von Henry Louis Gates eine Auseinandersetzung mit dem sogenannten Signifyin' stattgefunden, ein im Grunde ironisches Sprechen, bei dem durch den jeweiligen Sprachgebrauch, zum Beispiel eine stark reflektierte BerĂŒcksichtigung der Bedeutungen von Wortbestandteilen, Worte (und Begriffe) selbst ad absurdum gefĂŒhrt werden (Beispiel: hello bedeutet hell / low). Das Referenzobjekt wird auf diese Weise entkleidet und zumeist auch kommentiert. WĂ€hrend der Kommunikation entsteht eine Situation jenseits der Sprache, die oft verblĂŒffend durch ihre stupende und unerwartet naheliegende Einfachheit ist und spontan erscheint, sowie den Gebrauch von Sprache als solchen kritisiert. Grundlegend fĂŒr diese Praxis ist die Frage nach der kulturellen IdentitĂ€t von Afroamerikanern, ob sie sich also als westlich geprĂ€gte US-Amerikaner verstehen oder den Bruch in der Geschichte der Afroamerikaner als Bruch in der eigenen Geschichte mit- bzw. nachvollziehen und den historischen Hintergrund weiterhin berĂŒcksichtigen. Es stellt sich hier auch die Frage, ob die Phylogenese der Ontogenese des Menschen entspricht, wie Norbert Elias in der Zivilisationstheorie behauptet.
Sprachpuristische Haltung
Sprachpuristen setzten sich fĂŒr die âReinerhaltungâ der Sprache von Fremdwörtern und dem Eindringen anderer Sprachen ein. Im 18. Jahrhundert habe man sich primĂ€r gegen das Französische und Lateinische gewendet, um Deutsch als allgemeinverstĂ€ndliche Wissenschaftssprache zu etablieren. Im 19. Jahrhundert hĂ€tten primĂ€r nationalistische BeweggrĂŒnde im Vordergrund gestanden. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts habe sich die Kritik vor allem gegen Anglizismen gewendet. FĂŒr solche ZusammenhĂ€nge wird bei Polenz auch der Terminus Sprachlegitimation verwendet.
Nicht beachtet wird dabei, dass das Deutsche von jeher eine Mischsprache mit sprachkulturellem Gewinn ist. Versuche, Fremdwörter zu ĂŒbersetzen, seien hĂ€ufig fehlgeschlagen. Teilweise stehen auch beide AusdrĂŒcke nebeneinander, werden aber in unterschiedlichen Kontexten gebraucht. WĂ€hrend Anschrift primĂ€r amtssprachlich gebraucht wird, hat sich Adresse im öffentlichen Sprachgebrauch nicht verdrĂ€ngen lassen, da das Wort zur Zeit der Ăbersetzung bereits etabliert war.
Sprachmonomane Haltung
Die sprachmonomane Haltung bezeichnet eine pedantische Sprachnorm-Auffassung. Unter Berufung auf den Duden oder andere Nachschlagewerke werde kritisiert, was dort nicht verzeichnet ist. Vertreter dieser Haltung gingen davon aus, dass jedes Wort an sich fĂŒr etwas steht; Auffassung der Sprachwissenschaft sei, dass Wörtern erst im Gebrauch ihre Bedeutung verliehen wird.
Panlinguistische Haltung
Vertreter der panlinguistischen Haltung schrieben der Sprache selbst eine potentiell unmoralische Wirkung zu. In den 1960er Jahren sei von Sprachkritikern behauptet worden, die deutsche Sprache trage eine Mitschuld an den Verbrechen der NS-Zeit. Von sprachwissenschaftlicher Seite sei entgegnet worden, dass nicht etwa grammatische Formen an sich moralisch oder unmoralisch seien, sondern der Mensch, der sie gebraucht, moralisch oder unmoralisch handeln könne.
KulturrevolutionÀre Haltung
Die kulturrevolutionĂ€re Haltung wendet sich gegen Sprachbarrieren. Sie vertritt die Ansicht, dass Sprachnormen der UnterdrĂŒckung von Unterschichten dienen. Ignoriert wird, dass Sprachstandardisierung auch anderen Zwecken dient, beispielsweise der ĂŒberregionalen oder wissenschaftlichen Kommunikation.
Feministische Sprachkritik
Die deutsche Feministische Linguistik hat vier grundlegende Fragestellungen:
1. Wie kommen Frauen in der deutschen Sprache vor?
2. Wie sprechen Frauen, im Unterschied zu MĂ€nnern?
3. Wie verhalten sich Frauen in GesprĂ€chen MĂ€nnern gegenĂŒber?
4. Welche HerrschaftsverhÀltnisse bilden sich in der Kommunikation zwischen MÀnnern und Frauen?
Bei der Untersuchung von Sprachnormen und Sprachsysteme auf patriarchale HerrschaftsverhĂ€ltnisse kommt sie laut einer ihrer GrĂŒnderinnen Senta Trömel-Plötz zu dem Ergebnis:cite-ref-j-ger-2006-11-0[11]
âUnsere Sprache tut uns [Frauen] Gewalt an, weil sie die mĂ€nnlichen Formen bevorteilt. Damit wird eine Weltsicht geschaffen, in der Frauen nicht prĂ€sent sind.â
â
Senta Trömel-Plötz
:
Gewalt durch Sprache
(1984)
Diese Sprachkritik fĂŒhrte in der Bundesrepublik ab den 1980er-Jahren zu vielen sprachlichen VerĂ€nderungen. Im Jahr 1990 erschien dann von der Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch Alle Menschen werden Schwestern: Feministische Sprachkritik und zwei Jahre spĂ€ter von Trömel-Plötz Vatersprache, Mutterland: Beobachtungen zu Sprache und Politik.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] Ein aktuelles Beispiel fĂŒr die Auswirkungen dieser Sprachkritik sind Stellenausschreibungen, die mittlerweile deutlich machen, dass auch Frauen fĂŒr die ausgeschriebene Arbeitsstelle einen Zugang haben könnten. Seit den Verfassungsurteilen zur dritten Geschlechtsoption âdiversâ in Deutschland 2017 und Ăsterreich 2018 werden auch unbestimmte Geschlechter einbezogen (âm/w/dâ). Die feministische Sprachkritik hat weitere Ănderungen im deutschen Sprachgebrauch bewirkt, etwa feminine Berufsbezeichnungen (Lehrerin, Ărztin, Bundeskanzlerin), SchrĂ€gstrich-Schreibweisen (Lehrer/innen) sowie das Binnen-I (LehrerInnen).
Gleichzeitig ist diese junge Form der Sprachkritik Gegenstand gesellschaftlicher Debatten. Neben der radikalen Ablehnung durch normkonforme und konservative Sprachpfleger stehen Aussagen auch in einer Kritik seitens der Sprachwissenschaft (Linguistik), die ebenfalls den Zusammenhang von Sprache und Gesellschaft analysiert. Dazu zÀhlen Teile der Diskursanalyse (siehe Kritik an der Feministischen Linguistik).
Siehe auch
:
Feministische Linguistik
,
Geschlechtergerechte Sprache
und
Gesetze und amtliche Regelungen zur geschlechtergerechten Sprache
âRichtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchsâ (1980)
Als grundlegend gilt der 1980 in der Fachzeitschrift Linguistische Berichte erschienene Beitrag der vier Sprachwissenschaftlerinnen Senta Trömel-Plötz, Marlis Hellinger, Ingrid Guentherodt und Luise F. Pusch, worin sie unter dem Titel Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs auf sechs Seiten viele Beispiele von âsexistischer Spracheâ im Deutschen analysierten und ihnen âgeschlechtergerechte Alternativenâ gegenĂŒberstellten.cite-ref-tr-mel-pl-tz-1980-15-21-15-0[15] Die vier Autorinnen hielten fest: âSprache ist sexistisch, wenn sie Frauen und ihre Leistungen ignoriert, wenn sie Frauen nur in AbhĂ€ngigkeit von und Unterordnung zu MĂ€nnern beschreibt, wenn sie Frauen nur in stereotypen Rollen zeigt und ihnen so ĂŒber das Stereotyp hinausgehende Interessen und FĂ€higkeiten abspricht und wenn sie Frauen durch herablassende Sprache demĂŒtigt und lĂ€cherlich macht.âcite-ref-tr-mel-pl-tz-1980-15-16-0[16]cite-ref-17[17]
Als Zielgruppen nannten die Autorinnen Institutionen, die Sprache unterrichten, wie Schulen und UniversitĂ€ten, und solche, die Sprache verbreiten, wie Medien und VerlagshĂ€user.cite-ref-movahedi-2009-64-67-18-0[18] Als âsexistischâ kritisierten die Autorinnen nicht nur die Verwendung des generischen Maskulinums (Studien), sondern darĂŒber hinausgehende sprachliche Asymmetrien und Formen der Unsichtbarmachung von Frauen.
MÀnnlicher Vorrang in AufzÀhlungen
Merkmal des âsexistischen Sprachgebrauchsâ sei auch die konsequente Erstnennung des Mannes in Paarbezeichnungen wie âAdam und Evaâ, âRomeo und Juliaâ oder âHerr und Frau Meierâ, aber auch in Beidnennungen wie âLehrer oder Lehrerinâ oder âĂrzte und Ărztinnenâ (Paarformen). Ausnahmsweise ist in der direkten Anrede âMeine Damen und Herren!â die umgekehrte Reihenfolge gelĂ€ufig. Politiker sprechen BĂŒrger in Ansprachen zunehmend als âliebe BĂŒrgerinnen und BĂŒrgerâ an und ihre Parteifreunde bei Versammlungen je nach Partei als âliebe Genossinnen und Genossenâ (linke Parteien), âliebe Freundinnen und Freundeâ (bĂŒrgerliche Parteien) oder âliebe Kameradinnen und Kameradenâ (rechte Parteien). Zu einer geschlechtergerechten Sprache gehöre entsprechend, dass die Reihenfolge ungefĂ€hr gleich verteilt abwechselnd verwendet werde. FrĂŒher sprachlich gĂ€ngige Unterordnungen der Frau als AnhĂ€ngsel eines Mannes, etwa âKaiserin Friedrichâ, âHerr Meier und Gattinâ, âFamilie Hans Meierâ, âEhepaar Hans Meierâ, â10 Manager, darunter 2 Frauenâ werden zunehmend vermieden.cite-ref-tr-mel-pl-tz-1980-15-21-15-1[15]
Pejoration
Eine weitere Forderung betrifft das respektvolle Sprechen ĂŒber Frauen, insbesondere die Vermeidung abwertender Begriffe (Pejorative). Zwar gibt es auch fĂŒr MĂ€nner Bezeichnungen mit negativer Konnotation, aber eine These der Feministischen Linguistik ist, dass diese in Anzahl und Verwendung viel geringer seien. AuĂerdem betreffe die Pejoration sowie die Euphemismus-TretmĂŒhle eher gesellschaftlich schwache Gruppen und damit zumindest in der Vergangenheit eher weibliche als mĂ€nnliche Bezeichnungen.cite-ref-tr-mel-pl-tz-1980-15-21-15-2[15]
Konnotation
Ein Resultat daraus sind einige sprachliche Asymmetrien, die in einer geschlechtergerechten Sprache beseitigt werden sollten. So wurde im Deutschen bis in die jĂŒngere Vergangenheit zwischen Frau und FrĂ€ulein differenziert, wĂ€hrend es etwas Ăhnliches fĂŒr Mann oder Herr nicht gibt. Neben dieser Nichtexistenz eines mĂ€nnlichen Ăquivalents, das auch Jungfrau betrifft, verhalten sich auch diese paarigen Lexeme asymmetrisch:
Mann â Frau
Gegen diese Grundopposition spricht fĂŒr sich allein genommen nichts, lediglich in Kombination mit den folgenden Begriffspaaren kann sie problematisch sein.
Mann â MĂ€nnin
Wie die meisten Maskulina ist auch Mann prinzipiell durch das Affix {-in} zu einer weiblichen Bezeichnung movierbar. Dies geschieht vor allem fĂŒr Komposita wie Hauptmann â HauptmĂ€nnin, wo andere Varianten wie Hauptfrau semantisch bereits abweichend besetzt sind. Dies stĂ€rkt die prototypische Assoziation von Mann mit Mensch, zumal die Wörter etymologisch eng verwandt sind, und erklĂ€rt, warum es kein weibliches Pendant zu Mannschaft gibt.
Mann â Weib oder mĂ€nnlich â weiblich
Obwohl das Substantiv Weib im zeitgenössischen Sprachgebrauch nur noch pejorativ verwendet werden kann, fehlt diese Konnotation beim abgeleiteten Adjektiv, das statt ?fraulich oder *frÀulich verwendet wird.
Herr â Dame
Dieses Begriffspaar dient der höflichen oder der unterordnenden Bezeichnung, insbesondere in der unpersönlichen Anrede. Es könnte zwar aus gesellschaftskritischer Sicht bemĂ€ngelt werden, da es hierarchische soziale Rollen abbildet (vgl. Genosse, BĂŒrger), aber fĂŒr sich genommen wĂ€re es aus feministischer Sicht unproblematisch, da sich beide Lexeme vom Grundpaar Mann â Frau unterscheiden. Allerdings werden mitunter die nur scheinbar verwandten, stark wertenden Adjektive herrlich und dĂ€mlich problematisiert.
Herr â Herrin
Auch dieses Maskulinum kann, anders als etwa die Verwandtschaftsbezeichnungen Bruder, Vater, Onkel, moviert werden und ist dann ausschlieĂlich fĂŒr hierarchische Beziehungen geeignet.
Herr â Frau
In der persönlichen Anrede, ggf. ergĂ€nzt um den (Nach-)Namen, wird eine Mischung aus den bisher genannten Paaren verwendet. Dies wird teilweise als problematisch angesehen, weil Herr eine deutlich stĂ€rkere sozialhierarchische Komponente besitzt. Als formale Diminutive Frauchen und Herrchen im Sinne von âBesitzer von Haustierenâ sind die Lexeme gleichwertig.
Kerl â Weib
In einigen paarigen FĂŒgungen ist auch Kerl fĂŒr die mĂ€nnliche Form gebrĂ€uchlich, etwa Teufelskerl, Teufelsweib. Im Unterschied zu Herr und Mann wird Kerl nie zu *Kerlin moviert.
Ă â FrĂ€ulein
MĂ€nnchen â Ă
Im Sinne von âFigurâ (etwa AmpelmĂ€nnchen) tritt Weibchen nicht paarig zu MĂ€nnchen auf und auch Frauchen kann so nicht verwendet werden. Gelegentlich tritt ungewöhnlicherweise das phonologisch verwandte MĂ€dchen als Alternative auf.
-mann â Ă
In einigen Komposita wie Blaumann, die unbelebtes bezeichnen, kann mann durch kein weibliches Lexem substituiert werden.
Ă â frau
Einige Komposita, etwa Jungfrau und Putzfrau, sind so stark weiblich besetzt, dass sich bisher kein mÀnnliches Pendant entwickelt oder erhalten (vergleichbar zu Junker) hat. Allerdings wird auch ein Mann als Jungfrau bezeichnet, der entweder unter dem gleichnamigen Tierkreiszeichen geboren ist oder keine sexuelle Erfahrung hat.
man â Ă
Das generalisierende Personalpronomen man ist zwar etymologisch enger mit Mensch als mit Mann verwandt, aber da es wie Mann ausgesprochen wird, steht es ebenfalls in der Kritik und zum Teil werden parallel gebildete (*frau, *fra) oder umgeformte (*mensch, *men) Neologismen verwendet.cite-ref-tr-mel-pl-tz-1980-15-21-15-3[15]
Fehlende Sichtbarkeit des Weiblichen in den Pronomina
Das deutsche System der Possessiv- und Personalpronomen kennt die Geschlechtsunterscheidung nur in der dritten Person Singular, wÀhrend andere Sprachen auch im Plural (etwa Französisch) oder in der ersten oder zweiten Person unterscheiden, manche aber auch gar nicht.cite-ref-wals31-19-0[19]
Es gab verschiedene VorschlĂ€ge fĂŒr neu einzufĂŒhrende Pronomen, fĂŒr die generelle Verwendung der neutralen Pronomen (es) oder fĂŒr die Verwendung des geschlechtslosen Plurals (sie) auch fĂŒr den Singular (wie das englische âsingular theyâ). Allerdings entsprechen im Deutschen einige Formen des Neutrum-Pronomens dem Maskulinum (etwa sein) und der Plural der dritten Person gleicht dem femininen Singular (sie, ihr). In der Praxis sind jedoch Beidnennung (Paarformen), Umformulierungen (Neutralisierung) sowie die generische Verwendung des Maskulinums ĂŒblich. Ăhnliches gilt fĂŒr Relativpronomen und Attribute, die die Flexionsform des Substantivs, auf das sie sich beziehen, ĂŒbernehmen, zumal sich die Endungen Ă€hneln.cite-ref-tr-mel-pl-tz-1980-15-21-15-4[15]
| | Personal | Personal | Personal | Personal | Possessiv | Possessiv | Possessiv | Possessiv | Relativ | Relativ | Relativ | Relativ | Demonstrativ | Demonstrativ | Demonstrativ | Demonstrativ | Reflexiv |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | Nom | Akk | Dat | Gen | Nom | Akk | Dat | Gen | Nom | Akk | Dat | Gen | Nom | Akk | Dat | Gen | Reflexiv |
| Neutrum | es | es | ihm | seiner | sein e | seine n | seine m / r / n | seine s / r | das | das | dem | dessen | das | das | dem | dessen | sich |
| Maskulinum | er | ihn | ihm | seiner | sein e | seine n | seine m / r / n | seine s / r | der | den | dem | dessen | der | den | dem | dessen | sich |
| Femininum | sie | sie | ihr | ihrer | ihr e | ihre n | ihre m / r / n | ihre s / r | die | die | der | deren | die | die | der | deren | sich |
| Plural | sie | sie | ihnen | ihrer | ihr e | ihre n | ihre m / r / n | ihre s / r | die | die | denen | deren | die | die | denen | deren/r | sich |
Political Correctness
Aus den USA kam in den 1980er-Jahren eine Sprachkritik nach Europa, die auf diskriminierende PhĂ€nomene der Sprache hinweist und sprachliche ĂuĂerungen auf ihre kolonialen, rassistischen und sexistischen Konnotationen hin reflektiert.
In den 1990er-Jahren wurde eine Kampagne gegen die Political Correctness (kurz âPCâ) der Neo-Konservativen aus den USA von konservativen und vor allem rechtsextremen Medien in der BRD aufgenommen. Diedrich Diederichsen und Autoren des Duisburger Instituts fĂŒr Sprach- und Sozialforschung untersuchten diesen Diskurs in der BRD schon in seinen AnfĂ€ngen. Sie wiesen nach, dass eine solche Sprachkritik von âneokonservativâ sprachpflegerischer Seite nur abwertend als Political Correctness bezeichnet wird. Einer kritischen Sprachkritik werde mit dieser Bezeichnung eine Form der Tabuisierung unterstellt und sie werde somit stigmatisiert, um weitere Reflexionen ĂŒber Sprache abzulehnen und abzuwehren.cite-ref-20[20]cite-ref-21[21]cite-ref-22[22]cite-ref-23[23]
Sprachkritik im europÀischen Vergleich
Sprache und ihr Gebrauch werden in vielen Sprachkulturen reflektiert und kritisiert. Besonders interessant ist dabei eine vergleichende Perspektive. Sie liefert Hinweise auf gemeinsame und unterschiedliche Sprachideologien. Die âPraxis wertender Sprachreflexionâcite-ref-24[24] wird im Projekt EuropĂ€ische Sprachkritik Online (ESO)cite-ref-ezs-4-1[4] untersucht. Das Projekt liefert eine vergleichende Perspektive auf Sprachkritik in europĂ€ischen Sprachkulturen; Sprachkritik erscheint hier als eine besondere Form der Sprachreflexion, in der sich kulturelle Denk- und Handlungsweisen zeigen. Bislang wurden Praktiken der Sprach- und Kommunikationswertung im europĂ€ischen Kulturraum nicht systematisch verglichen. Das Projekt erarbeitet eine Konzeptgeschichte europĂ€ischer Sprachkritik. Die Ergebnisse werden in einer an der Sprache interessierten Ăffentlichkeit im Handbuch EuropĂ€ische Sprachkritik Online (HESO)cite-ref-25[25] publiziert. Die Untersuchungssprachen sind derzeit Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Kroatisch.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27]
Siehe auch
Literatur
Sprachkritische Werke
in der Reihenfolge des Erscheinens
âą Victor Klemperer: LTI [Lingua Tertii Imperii]. Notizbuch eines Philologen. Aufbau-Verlag, Berlin 1947.
âą Hans JĂŒrgen Heringer: Holzfeuer im hölzernen Ofen. AufsĂ€tze zur politischen Sprachkritik. TĂŒbingen 1982.
âą Theodor Ickler: Kritischer Kommentar zur âNeuregelung der deutschen Rechtschreibungâ. (= Erlanger Studien. Band 116). mit einem Anhang zur âMannheimer Anhörungâ. 2., durchgesehene u. erw. Auflage. Verlag Palm & Enke, Erlangen/Jena 1999, ISBN 3-7896-0992-7.
âą Hubert Ivo: Nach 1945 Deutsch unterrichten. Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-631-39385-7.
âą Walter KrĂ€mer: Sich einmischen oder wegschauen â Problemfall deutsche Sprache. (Vortrag zur Verleihung des Deutschen Sprachpreises 1999; Weimar, 24. September 1999). In: Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache (Hrsg.): Deutscher Sprachpreis 1999. Stifterverband fĂŒr die Deutsche Wissenschaft, Essen 1999, S. 30â37.
⹠Uwe Pörksen: Plastikwörter. Die Sprache einer internationalen Diktatur. Klett-Cotta, Stuttgart 2004, ISBN 3-608-93614-9.
âą Hans-Martin Gauger: Was wir sagen, wenn wir reden. DTV, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-423-34384-8.
âą Michael Rudolf: Atmo. Bingo. Credo. Das ABC der Kultdeutschen. Edition Tiamat, Berlin 2007, ISBN 978-3-89320-111-2.
âą Rainer Wimmer: Die Sprachkritik kommt aus der Sprache selbst: Reflektiertheit ist gefragt. In: Der Sprachdienst. Heft 3â4, 2009, S. 77â90.
âą Daniel Valente: Politische Sprache im Kanzlerduell: Eine politolinguistische Analyse. SaarbrĂŒcken 2010, ISBN 978-3-639-28971-8.
âą Hans JĂŒrgen Heringer, Rainer Wimmer: Sprachkritik. UTB, Paderborn 2015, ISBN 978-3-8252-4309-8.
âą Matthias Heine: Der groĂe Sprachumbau. Eine gesellschaftspolitische Katastrophe. Albert-Langen-Georg-MĂŒller-Verlag (LMV), MĂŒnchen 2025, ISBN 978-3-7844-3730-9.
Wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit Sprachkritik
âą Aptum. Zeitschrift fĂŒr Sprachkritik und Sprachkultur. Hempen, Bremen, ISSN 1614-905X.
âą Philosophie als Sprachkritik im 19. Jahrhundert. Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt. (problemata)
âą Textauswahl 1. / Hrsg. von Hermann-Josef Cloeren, 1971, ISBN 3-7728-0309-1.
âą Textauswahl 2. / Hrsg. von Siegfried J. Schmidt, 1971, ISBN 3-7728-0311-3.
âą Vincent Balnat, Barbara Kaltz: Sprachkritik und Sprachpflege im frĂŒhen 20. Jahrhundert: Einstellungen zu ,Fremdwörternâ und ,Kurzwörternâ. In: Bulletin of the Henry Sweet Society for the History of Linguistic Ideas. 49, 2007, S. 27â37.
âą Nicolas Berg, Elisabeth Gallas, AurĂ©lia Kalisky (Hrsg.): JĂŒdische Sprachkritik nach dem Holocaust (= Zeithistorische Forschungen 20, 2023, Heft 2).
⹠Ekkehard Felder, Horst Schwinn, Katharina Jacob: Sprachnormierung und Sprachkritik (Sprachnormenkritik) im Deutschen. In: Ekkehard Felder u. a. (Hrsg.): Handbuch EuropÀische Sprachkritik Online (HESO). Band 1: Sprachnormierung und Sprachkritik. University Publishing, Heidelberg 2017, ISBN 978-3-946054-59-7.
âą Wolfgang MĂŒller: Deutsch fĂŒr Vor- und Nachdenker. In: texten + schreiben. (Kritische SprachbeitrĂ€ge von Heft 1/1981 bis Heft 4/1994).
âą Thomas Niehr (Hrsg.): Sprachwissenschaft und Sprachkritik. Perspektiven ihrer Vermittlung. Hempen, Bremen 2014, ISBN 978-3-944312-17-0.
âą Thomas Niehr, Jörg Kilian, JĂŒrgen Schiewe (Hrsg.): Handbuch Sprachkritik. J.B. Metzler, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-476-04851-6, https://doi.org/10.1007/978-3-476-04852-3
âą Peter von Polenz: Sprachgeschichte und Sprachkritik. Deutscher Sprachpreis 2000 der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache. (= Jahrbuch der Henning-Kaufmann-Stiftung). 1. Auflage. Edition Argus, Schliengen 2000, ISBN 3-931264-12-2.
âą Willy Sanders: Sprachkritikastereien und was der âFachlerâ dazu sagt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992, ISBN 3-534-11690-9. (Sprachkritikastereien. 2., ĂŒberarb. Auflage. 1998, ISBN 3-534-14110-5)
âą GĂŒnter SaĂe: Sprache und Kritik. Untersuchung zur Sprachkritik der Moderne. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1977, ISBN 3-525-20538-4.
âą JĂŒrgen Schiewe: Die Macht der Sprache. Eine Geschichte der Sprachkritik von der Antike bis zur Gegenwart. C.H. Beck, MĂŒnchen 1998.
âą JĂŒrgen SpitzmĂŒller, Kersten Sven Roth, Beate Leweling, Dagmar Frohning (Hrsg.): Streitfall Sprache. Sprachkritik als angewandte Linguistik? Mit einer Auswahlbibliographie zur Sprachkritik (1990 bis FrĂŒhjahr 2002). (= Freiburger BeitrĂ€ge zur Linguistik. Band 3). Hempen, Bremen 2002, ISBN 3-934106-21-8.
âą Fritz Tschirch: Geschichte der deutschen Sprache. Band I: Die Entfaltung der deutschen Sprachgestalt in der Vor- und FrĂŒhzeit. 1966; Band II: Entwicklung und Wandlungen der deutschen Sprachgestalt vom Hochmittelalter bis zur Gegenwart. 1969.
Weblinks
Wiktionary: Sprachkritik
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: Sprachgebrauchskritik
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Arbeitskreis Linguistische Sprachkritik (mit umfangreichem Literaturverzeichnis)
âą Aktion âLebendiges Deutschâ
âą Ulrich Werner: Die deutsche Sprache. ErlĂ€uterungen und Hinweise fĂŒr besseres Deutsch
Einzelnachweise
cite-note-11. â Roland Barthes: Das Reich der Zeichen. Frankfurt am Main 1981, S. 21.
cite-note-22. â In diesem Jahr veröffentlichten SchĂŒler Saussures Mitschriften seiner Vorlesungen unter dem Titel Cours de linguistique gĂ©nĂ©rale.
cite-note-33. â Wilhelm Kamlah, Paul Lorenzen: Logische PropĂ€deutik. Vorschule des vernĂŒnftigen Redens. Bibliographisches Institut, Mannheim 1967.
cite-note-ezs-44. â Homepage âEuropĂ€ische Sprachkritik Onlineâ
cite-note-55. â Hans-Martin Gauger: Mach meine Sprache nicht an! In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. Februar 2006.
cite-note-66. â JĂŒrgen Schiewe: Die Macht der Sprache. Eine Geschichte der Sprachkritik von der Antike bis zur Gegenwart. Beck, MĂŒnchen 1998, ISBN 3-406-42695-6. Dazu Rezension von Theodor Ickler in der Deutschen Sprachwelt
cite-note-77. â Hans-Martin Gauger: Richtungen der Sprachkritik. In: Ders. (Hrsg.): Sprach-Störungen. BeitrĂ€ge zur Sprachkritik. MĂŒnchen 1986, S. 13â25.
cite-note-88. â Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom SpĂ€tmittelalter bis zur Gegenwart. Teil 3: 19. und 20. Jahrhundert. Berlin: de Gruyter, 1999. (De-Gruyter-Studienbuch) ISBN 3-11-014344-5.
cite-note-99. â Uwe Poerksen: Platons Dialog ĂŒber die Richtigkeit der Wörter und das Problem der Sprachkritik. (Memento vom 11. August 2007 im Webarchiv archive.today)
cite-note-1010. â Ist die deutsche Sprache vom Verfall bedroht? In: publikationen.ub.uni.frankfurt. Abgerufen am 26. August 2019.
cite-note-j-ger-2006-1111. â Margarete JĂ€ger: Gewalt gegen Frauen â durch Sprache? Unveröffentlichtes Vortragsmanuskript, herausgegeben vom Duisburger Institut fĂŒr Sprach- und Sozialforschung 2000, Stand: 25. September 2006.
cite-note-121. Senta Trömel-Plötz: Gewalt durch Sprache. In: Dieselbe (Hrsg.): Gewalt durch Sprache: Die Vergewaltigung von Frauen in GesprĂ€chen. Fischer Taschenbuch, Frankfurt/M. 1984, ISBN 3-596-23745-9, S. 50â69, hier S. 56 (Zitatansicht in der Google-Buchsuche); zitiert nach: Margarete JĂ€ger: Gewalt gegen Frauen â durch Sprache? Unveröffentlichtes Vortragsmanuskript, herausgegeben vom Duisburger Institut fĂŒr Sprach- und Sozialforschung 2000, Stand: 25. September 2006.
cite-note-1313. â Senta Trömel-Plötz: Vatersprache, Mutterland: Beobachtungen zu Sprache und Politik. Frauenoffensive, MĂŒnchen 1992, ISBN 3-88104-219-9.
cite-note-1414. â Luise F. Pusch: Alle Menschen werden Schwestern: Feministische Sprachkritik. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1990, ISBN 3-518-11565-0.
cite-note-tr-mel-pl-tz-1980-15-21-1515. â Senta Trömel-Plötz, Ingrid Guentherodt, Marlis Hellinger, Luise F. Pusch: Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs. In: Linguistische Berichte. Heft 69, 1980, S. 15â21; Nachdruck in Magdalene Heuser (Hrsg.): Frauen â Sprache â Literatur: Fachwissenschaftliche ForschungsansĂ€tze und didaktische Modelle und Erfahrungsberichte fĂŒr den Deutschunterricht (= ISL Informationen zur Sprach- und Literaturdidaktik. Band 38). Schöningh, Paderborn u. a. 1982, ISBN 3-506-74088-1, S. 84â90.
cite-note-tr-mel-pl-tz-1980-15-1616. â Senta Trömel-Plötz, Ingrid Guentherodt, Marlis Hellinger, Luise F. Pusch: Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs. In: Linguistische Berichte. Heft 69, 1980, S. 15â21, hier S. 15; Nachdruck in Magdalene Heuser (Hrsg.): Frauen â Sprache â Literatur: Fachwissenschaftliche ForschungsansĂ€tze und didaktische Modelle und Erfahrungsberichte fĂŒr den Deutschunterricht (= ISL Informationen zur Sprach- und Literaturdidaktik. Band 38). Schöningh, Paderborn u. a. 1982, ISBN 3-506-74088-1, S. 84â90 (Zitatansicht im Nachdruck in der Google-Buchsuche).
cite-note-1717. â Gabriele Diewald, Anja Steinhauer: Duden Handbuch geschlechtergerechte Sprache: Wie Sie angemessen und verstĂ€ndlich gendern. Herausgegeben von der Duden-Redaktion. Dudenverlag, Berlin April 2020, ISBN 978-3-411-74517-3, S. 30â31.
cite-note-movahedi-2009-64-67-1818. â Leyla Movahedi: Geschlechtergerechte Sprache â der ORF und sprachliche Gleichbehandlung anhand der Sendung »konkret â das ServiceMagazin«. Diplomarbeit UniversitĂ€t Wien 2009, S. 64â96: LeitfĂ€den â ein Ăberblick, hier S. 64â67 (betreut von Johanna Dorer, FakultĂ€t fĂŒr Sozialwissenschaften; Downloadseite).
cite-note-wals31-1919. â Greville G. Corbett: Sex-based and Non-sex-based Gender Systems. In: Dryer, Matthew S. & Haspelmath, Martin (Hrsg.): The World Atlas of Language Structures Online (WALS). Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie, Leipzig 2013, Kapitel 31, abgerufen am 13. Juli 2020.
cite-note-2020. â Brigitta Huhnke: âpcâ: Das neue Mantra der Neokonservativen. In: Andreas Disselnkötter, Siegfried JĂ€ger u. a. (Hrsg.): Evidenzen im Fluss: Demokratieverluste in Deutschland. Duisburger Institut fĂŒr Sprach- und Sozialforschung, Duisburg 1997, ISBN 3-927388-60-2, S. ??â??.
cite-note-2121. â Katrin Auer: âPolitical Correctnessâ: Ideologischer Code, Feindbild und Stigmawort der Rechten. In: Ăsterreichische Zeitschrift fĂŒr Politikwissenschaft. Band 30, Nr. 3, 2002, S. 294.
cite-note-2222. â Rainer Wimmer: âPolitical Correctnessâ: ein Fall fĂŒr die Sprachkritik. In: Andreas Disselnkötter, Siegfried JĂ€ger u. a. (Hrsg.): Evidenzen im Fluss: Demokratieverluste in Deutschland. Duisburger Institut fĂŒr Sprach- und Sozialforschung, Duisburg 1997, ISBN 3-927388-60-2, S. ??â??.
cite-note-2323. â Diedrich Diederichsen: Politische Korrekturen. Kiepenheuer & Witsch, 1996.
cite-note-2424. â Ekkehard Felder, Katharina Jacob: Die Praxis wertender Sprachreflexion in europĂ€ischen Gesellschaften als Spiegel ihres SelbstverstĂ€ndnisses. Das Projekt EuropĂ€ische Sprachkritik Online (ESO). In: Thomas Niehr (Hrsg.): Sprachwissenschaft und Sprachkritik. Perspektiven ihrer Vermittlung. Hempen, Bremen 2014, S. 141â161, hier: S. 142.
cite-note-2525. â Handbuch EuropĂ€ische Sprachkritik Online (HESO)
cite-note-2626. â Ekkehard Felder, Katharina Jacob: Die Praxis wertender Sprachreflexion in europĂ€ischen Gesellschaften als Spiegel ihres SelbstverstĂ€ndnisses. Das Projekt EuropĂ€ische Sprachkritik Online (ESO). In: Thomas Niehr (Hrsg.): Sprachwissenschaft und Sprachkritik. Perspektiven ihrer Vermittlung. Hempen, Bremen 2014, S. 141â161.
cite-note-2727. â Katharina Jacob: Wenn Europa sein Sprechen reflektiert und sich das Eigene und Gemeinsame konstruiert. Das Projekt EuropĂ€ische Sprachkritik Online (ESO). In: Jianhua Zhu, Jin Zhao, Michael Szurawitzki (Hrsg.): Akten des XIII. Internationalen Germanistikkongresses Shanghai 2015 â Germanistik zwischen Tradition und Innovation. (= Publikationen der Internationalen Vereinigung fĂŒr Germanistik (IVG). 21). Band 2, Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2016, S. 297â301.